Andreas Mohr
Die Lieder sind
durchweg in gut singbaren Lagen geschrieben und treffen in melodischer
Erfindung, Inhalt und textlicher Gestaltung in jeder Hinsicht die
Erlebniswelt jüngerer Kinder. Besonders gefällt mir der Inhalt der
Texte, der entweder neu ist ("Das Papierlied") oder überkommene Themen
mit neuen und ungewohnten Assoziationen belebt ("Das Insektenlied",
"Schlaflied"). Pfiffig ist auch der 5/4-Takt für das "Fünf-Fingerlied".
Ich schätze den Einsatzbereich der Lieder auf den Altersabschnitt
"3-6jährige", wobei sicher manche Lieder eher den älteren (auch über 6
Jahre hinaus) vorbehalten bleiben. Melodisch überwiegt die aus der
Keimzelle des "Kinderdreiklangs" (3-5-6) gewonnene latente Pentatonik,
die aber erfreulicherweise nirgends zum Selbstzweck erstarrt. Auch die
rhythmisch komplizierteren Erfindungen sind dennoch gut geeignet,
besonders wenn, wie in "Das Insektenlied", der Rhythmus als ostinates
"Pattern" den Kindern durch Wiederholung schnell eingängig wird. (wie
heißt "üben" auf französisch: "repeter", man kann es nicht oft genug
wiederholen). Ich bin mit Ihnen vollkommen einer Meinung in der
Überzeugung, dass Kinder im genannten Alter durchaus auch mit
komplexeren musikalischen Strukturen zurechtkommen und kann mir sehr
gut vorstellen, dass diese Lieder im Kindergarten, in Gruppen der
Musikalischen Früherziehung und im Vorschul-Kinderchor, aber auch noch
in den unteren Klassen der Grundschule mit gutem Erfolg und vor allem
mit viel Freude musiziert werden können.
Andreas Mohr
1972 - 1983 Stimmbildner an der Domsingschule Rottenburg am Neckar
(Domsingknaben, Mädchenkantorei und Domchor).
1972 - 2002 Dozent für Gesang, Chorische Stimmbildung und
Sprecherziehung an der Hochschule für Kirchenmusik Rottenburg.
1981 - 2002 Lehrbeauftragter für Gesang und Methodik der
Kinderstimmbildung an der Musikhochschule Trossingen.
Seit
2006 Lehrbeauftragter für Kinderstimmbildung und Didaktik der
Gesangspädagogik am Institut für Musik der Fachhochschule Osnabrück
Seit 2007 Honorarprofessor für Kinderstimmbildung.
Mehr Informationen zu Andreas Mohr unter www.kinderstimmbildung.de
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